Neuausrichtung „Partnerschule des Leistungssports Krefeld“
Im Jahre 2017 ging auf Initiative des Stadtsportbundes Krefeld aus dem „Krefelder Sportdialog“ das „Netzwerk Krefelder Schulen und Leistungssport“ mit Unterstützung von Krefelder Schulen und Leistungssport treibenden Krefelder Vereinen an den Start. Das erklärte Ziel des Netzwerks war es, die leistungssportlichen Ambitionen junger Athletinnen und Athleten mit den schulischen Anforderungen in Einklang zu bringen. Die Gesamtkoordination lag in den Händen des Stadtsportbundes Krefeld. In zahlreichen Sportart übergreifenden Workshops und vielfältigen weiteren Angeboten wurde in den Folgejahren ein reger Austausch zwischen Schulen und Vereinen einerseits,aber auch unter den Athletinnen und Athleten unterschiedlichster Sportarten andererseits erreicht. Allerdings drängte sich im Laufe der Jahre zunehmend die Frage auf: Reicht dieses Unterstützungs- und Förderangebot für unsere jungen LeistungssportlerInnen? Gehören nicht auch Maßnahmen zur Erleichterung des Schul- und Sportalltags, konkrete Förderangebote, eventuell Hausaufgabenbetreuung, Nacharbeiten von ausgefallenem Unterricht durch Lehrgänge und Turniere/Wettkämpfe, individuelle Betreuungs- und Beratungsangebote usw. zum Aufgabenbereich eines Netzwerkes mit obigem Anspruch?
Schnell tauchten jedoch anschließend die standortspezifischen Probleme auf: die aktuell 19 Bundes- und 135 Landeskader, die in Krefeld zur Schule gehen bzw. an Krefelder Sportstätten trainieren, sind über das gesamte Stadtgebiet und auf eine hohe Anzahl Krefelder Schulen verteilt. Die Überlegungen liefen letztendlich darauf hinaus, 3 Schulen mit durchgängig hohem Kaderanteil als federführende Schulen anzusprechen und diesen die übrigen 15 Schulen des Netzwerks zuzuteilen. Die drei ausgewählten Schulen stimmten dem Plan zu und erklärten sich bereit, die Koordination der ihnen zugeordneten Schulen und deren LeistungssportlerInnen in die Hand zu nehmen. So übernahm das Moltke-Gymnasium die Aufgabe, sich mit dem Ricarda-Huch-Gymnasium, dem Hannah-Arendt-Gym., der Kurt-Tucholski-Gesamtschule, der Grotenburg-Grundschule und der Grundschule Süd zusammenzusetzen. Die Maria-Montessori-Gesamtschule übernahm die Zusammenarbeit mit der Marienschule, der Gesamtschule Kaiserplatz, der Gesamtschule Uerdingen, der Gesamtschule Botanischer Garten sowie der Edith-Stein-Grundschule. Das Berufskolleg
Vera Beckers setzt sich mit Vertretern des Gymnasium Horkesgath, der Kauf,mannsschule, dem BK Uerdingen, der Grundschule am Stadtpark Fischeln sowie dem Maria-Sybilla-Merian-Gymnasium an einen Tisch. Zusätzlich sind den federführenden Schulen die Sportvereine des Netzwerks zugeteilt: das Berufskolleg Vera Beckers kümmert sich vornehmlich um Eishockey (KEV81), Ringen (KSV Germania), Cheerleading (SC 05) und Inlineskaterhockey (1. Crefelder Skaterhockeyclub). Die Montessori-Gesamtschule übernimmt die Betreuung der KadersportlerInnen aus den Sportarten Wasserball (USV08, SVK 72), Rudern (CRC), Leichtathletik (SC 05) und Fechten (Fecht Club Krefeld). Das Moltke-Gymnasium betreut vornehmlich die AthletInnen aus den Sportarten Hockey (CHTC), Tennis (HTC Blau-Weiß), Turnen (Fischelner Sportverein 1998) und Basketball (SC 05).
An den drei federführenden Schulen werden in Abhängigkeit von den jeweiligen Raum- und Personalkapazitäten ab dem kommenden Schuljahr Betreuungs- und Beratungsangebote, Aufenthaltsmöglichkeiten, Hausaufgabenbetreuung und qualifizierter Nachführunterricht in den Kernfächern angeboten. „Keine Leistungssportlerin, kein Leistungssportler soll wegen seiner leistungssportlichen Ambitionen schlechtere Schulnoten bekommen!“, so Joachim Krins, Diplom-Sportlehrer und Gesamtkoordinator des Stadtsportbundes Krefeld. Die schulformübergreifende, flexible und individuell abgestimmte Förderung von Leistungssportlerinnen und Leistungssportlern in Krefeld, die durch eine zentrale, unabhängige Koordination und enge Kooperation mit allen relevanten Partnern getragen wird, ist das Besondere am Netzwerk und gleichzeitig ein Novum im Verbundsystem Schule und Leistungssport in NRW. Dies schafft optimale Bedingungen für die Vereinbarkeit von Schule und Leistungssport und ist in dieser Form beispielhaft.

