Kawuppdich für zu Hause: Kita-Sport nun auch im Kinderzimmer – Neue Spieletaschen erweitern Bewegungs- und Gesundheitsprojekt
Mia, Ahmad und Alex knien auf der großen Turnmatte im Sportraum der städtischen Kita Hubertusstraße. Vor ihnen liegt eine große blaue Tasche, deren Inhalt sie neugierig inspizieren. Dann schnappen sie sich die Bälle, Seile und Jongliertücher und spielen damit – so wie sie es kennen. Denn das Zubehör aus den Spieletaschen gehört für sie zum Betreuungsalltag. Als Kawuppdich-Kita sind Bewegungs- und Sportaktivitäten an der Hubertusstraße fest im Wochenplan verankert. Das Neue aber ist: Die Spielmaterialien können sich die Kinder nun auch für zu Hause ausleihen. So soll sich die Bewegungsfreude von der Kita aus auf die Familien übertragen. Auch zielt das Angebot darauf ab, die Eltern verstärkt an die Kita und Gesundheitsförderung zu binden.
Balance-Akts im Kinderzimmer, kleinere Ballspiele im Flur oder Jongliereinlagen im Wohnbereich: Die Spielutensilien lassen sich problemlos in den heimischen Räumlichkeiten nutzen. Acht der neuen Spieletaschen stehen der Kita Hubertusstraße als erste Kawuppdich-Einrichtung ab sofort dauerhaft zur Verfügung. In einer ersten Testphase können sich die Kinder hier die Spielmaterialien übers Wochenende ausborgen. Als nächstes wird die städtische Kindertageseinrichtung Märklinstraße mit den Taschen ausgestattet.
Das neue Angebot erweitert das Kawuppdich-Projekt um einen familiär ausgerichteten Baustein. 2021 hatten der städtische Fachbereich Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung und die Sportjugend im Stadtsportbund das Programm gemeinsam angestoßen. Die Idee: Bewegung und Gesundheit fließen strukturell und damit nachhaltig in die individuellen Abläufe einer jeden Einrichtung ein. Über tägliche Spiel-, Bewegungs- und Sportangebote sowie eine ausgewogene Ernährung verinnerlichen die Kinder von früh auf und insbesondere praxisbezogen den gesamten Themenkomplex Gesundheit.
Das Konzept fördert physische, kognitive, motorische sowie soziale Kompetenzen. Der Stadtsportbund bietet zum Beispiel Qualifizierungen für Fachkräfte an und koordiniert die Vernetzung zwischen Kitas und Sportvereinen. Finanziert wird das Projekt durch die Stadt.
Nach rund fünf Jahren ergibt sich eine positive Zwischenbilanz: 23 Krefelder Kindertageseinrichtungen – sowohl in städtischer als auch freier Trägerschaft – sind bereits als Kawuppdich-Kita zertifiziert, zehn folgen in diesem Jahr. Langfristig arbeiten die Initiatoren darauf hin, alle Kitas in das Programm einzubinden. Kawuppdich ist Krefelder Platt und bedeutet so viel wie Schwung oder Beweglichkeit.
„Die Spieletaschen sind eine praktische Ergänzung zum bestehenden Konzept. Damit möchten wir ganz bewusst Impulse für Bewegung im privaten Umfeld setzen und so unsere Zusammenarbeit mit den Eltern aktiv unterstützen Dies ist ein wichtiger Schritt, die Bewegungs- und Gesundheitsförderung ganzheitlich anzugehen“, erklärt Heike Badberg, Leiterin der Abteilung Kinder bei der Stadt Krefeld. Annette Wankum vom Stadtsportbund sagt: „Dieses kleine Zusatzangebot kann große Wirkung entfalten, insbesondere bei Familien, die bislang eher weniger Berührungspunkte mit Bewegungsaktivitäten haben. So transportieren wir den Kawuppdich-Gedanken unmittelbar ins Familienleben und erreichen damit auch Eltern und Geschwister.“


