Bürgerentscheid zu Olympia: Wahlunterlagen werden jetzt verschickt
Rund 175.000 Krefelderinnen und Krefelder bekommen in diesen Tagen Post. In einem Umschlag mit dem Aufdruck „Eilige Wahlsache“ befinden sich die Unterlagen für den Bürgerentscheid zur Olympiabewerbung. Krefeld und 16 andere Städte möchten die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 in die Region Rhein-Ruhr holen und bitten dafür um die Zustimmung der Bevölkerung. Im Anschluss müsste die Bewerbung noch den Deutschen Olympischen Sportbund überzeugen und könnte dann international für die Ausrichtung der Spiele ins Rennen gehen. In Krefeld fänden in diesem Fall in der Yayla-Arena die Wettbewerbe für Taekwondo und Rollstuhlrugby statt.
Doch zuvor sind alle Deutschen und EU-Bürger über 16 Jahren mit Wohnsitz in Krefeld aufgerufen, die Frage „Sind Sie dafür, dass sich die Stadt Krefeld an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 beteiligt?“ mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten. Am Abend des 19. April werden rund 400 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer die Stimmen auszählen. Mindestens zehn Prozent der Bevölkerung müssen teilnehmen, damit das Ergebnis Gültigkeit erlangt.
Videos mit Befürwortern auf Social Media
„Man muss zupacken, wenn Chancen da sind“, sagt Stadtdirektor Markus Schön. „Und es ist eine einmalige Chance für unsere Stadt, Teil dieser Bewegung zu sein. Wir hoffen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger von diesem Geist anstecken lassen. Wir können alle gute Botschafter für Olympia sein.“ Mit Videos von Befürwortern auf Social Media, einer stadtweiten Plakat-Kampagne und Infoständen bei Sportveranstaltungen des KFC Uerdingen, der HSG Krefeld und der Krefeld Pinguine sollen vor allem Sportfans und die rund 70.000 Mitglieder von Sportvereinen angesprochen werden. Auch viele Unternehmen versprechen sich von Olympischen Spielen einen wirtschaftlichen Schub für die Region.

„Es ist das erste Mal, dass wir einen solchen Ratsbürgerentscheid in Krefeld umsetzen“, erklärt die für Wahlen zuständige Beigeordnete Cigdem Bern. „Das ist ein wichtiges Instrument der kommunalen Demokratie. Die formale Verfahrensweise ist klar festgelegt.“ So werden die Abstimmungsunterlagen am Freitag, 13. März, an alle Wahlberechtigten verschickt. Neben dem Stimmzettel und dem Wahlbrief zur kostenlosen Rücksendung der Unterlagen enthält die Sendung ein ausführliches Abstimmungsheft mit allen wichtigen Informationen und den Stellungnahmen der Ratsgruppen und Fraktionen. Dieses Heft und ein Info-Flyer stehen auch auf der zentralen Homepage www.krefeld.de/olympia zur Verfügung. Dort finden sich zudem die wichtigsten Fragen und Antworten (FAQ) zum Ratsbürgerentscheid.
Mit einem Ergebnis wird am 19. April nach 20 Uhr gerechnet
Die Zustellung der Unterlagen über die Deutsche Post erfolgt bis zum 20. März. Wer bis zum 10. April keine Unterlagen erhalten hat, kann sich unter 02151/86-4490 oder briefwahl@krefeld.de beim Wahlamt melden. Spätester Zeitpunkt für die Rücksendung des Stimmzettels ist der 15. April. Die Unterlagen können zudem bis zum 19. April, 16 Uhr, im Nachtbriefkasten des Rathauses eingeworfen werden. Am gleichen Abend erfolgt ab 18 Uhr die Auszählung im Berufskolleg Vera Beckers. Ein Ergebnis wird je nach Wahlbeteiligung zwischen 20 und 21 Uhr erwartet.
Zu den wichtigsten Unterstützern der Olympiabewerbung in Krefeld gehört der Stadtsportbund (SSB). „Man merkt so langsam: Das Kribbeln geht los“, sagt dessen Geschäftsführer Jens Sattler. „Wenn wir den organisierten Sport in unserer Stadt dazu bewegen können, sich positiv zu beteiligen, ist schon viel gewonnen.“ Auch der Vorsitzende Jochen Adrian rechnet mit einer großen Beteiligung. „Ich habe in meiner aktiven Zeit als Lehrer und Schulleiter fast 40 Jahre lang das Landessportfest ‚Jugend trainiert für Olympia‘ in Krefeld organisiert. Viele Schülerinnen und Schüler haben in dieser Zeit miterlebt, wie der olympische Gedanke wirkt. Die Krönung der sportlichen Wettbewerbe vor ihrer eigenen Haustür zu erleben – dieser Gedanke wird viele Menschen in Bewegung setzen.“
Mit Köln als „Leading City“ gehen insgesamt 17 Kommunen der Region in das Rennen um Olympia und führen ihre Ratsbürgerentscheide am gleichen Tag durch. Die Argumente sind klar formuliert: Bis zu 14 Millionen verkaufte Tickets könnten Olympische Spiele an Rhein und Ruhr bieten, dazu kurze Wege und eine große Nachhaltigkeit durch Rückgriff auf vorhandene Spielstätten. Auch gegenüber den deutschen Mitbewerbern Hamburg, Berlin und München sieht Stadtdirektor Markus Schön einen weiteren entscheidenden Vorteil: „Nirgendwo werden so viele Menschen befragt wie in unserer Region. Mehr als vier Millionen Bürgerinnen und Bürger können über Olympia abstimmen.“ Eine breite Mehrheit wäre daher auf jeden Fall ein Pfund in der weiteren Bewerbung: Krefeld hat jetzt fünf Wochen lang die Chance, ein klares Bekenntnis für die Olympischen Spiele abzugeben.
Fotos: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof.

