Initiative „Zukunft durch Industrie“

Unternehmen und Stadtsportbund wollen junge
Leistungssportler in Krefeld unterstützen

Mit einem Geständnis und einem Wunsch hat die Krefelder Olympia-Medaillengewinnerin Anne Poleska die Diskussion zum Thema „Krefeld – Hot Spot für Sport und Industrie“ eingeleitet: „Ich bin das beste schlechte Beispiel, das es gibt“, erklärte die ehemalige Spitzenschwimmerin bei der Veranstaltung, zu der die Initiative „Zukunft durch Industrie“ und der Stadtsportbund in den Crefelder Hockey- und Tennisclub eingeladen hatten. Sie sei aus Krefeld in die USA geflüchtet, um Sport und Studium in Einklang bringen zu können. „Ich möchte aber, dass andere Sportler nicht so handeln müssen wie ich“, betonte Poleska.

Olympia-Medaillengewinnerin Anne Poleska (links)

Olympia-Medaillengewinnerin Anne Poleska (links)

In seiner Begrüßung hatte Dr. Bernd Diener, Sprecher der Initiative „Zukunft durch Industrie“, erläutert, inwiefern Sportler ein großer Gewinn für Unternehmen sein können: „Jugendliche, die regelmäßig Sport treiben, schneiden bei ihren Abschlüssen meist besser ab als Unsportliche. Außerdem sind aus vielen ehemaligen Leistungssportlern gute Führungskräfte geworden.“

Die Frage aber sei, was die Stadt und was Unternehmen jungen Leistungssportlern bieten müssen, um sie als Leistungsträger in Krefeld zu halten. Laut Poleska benötigten junge Leistungssportler eine professionelle Unterstützung beim Nebeneinander von Sport und Beruf. Flexible Arbeitszeiten seien ebenso wichtig wie langfristige berufliche Perspektiven für die Zeit nach der sportlichen Karriere.

In der anschließenden Podiumsdiskussion waren sich die Teilnehmer Dieter Hofmann (Vorsitzender Stadtsportbund Krefeld), Walter Jansen (Vorsitzender Crefelder Ruderclub), Ralf Köpke (Sprecher „Zukunft durch Industrie – Krefeld“), Dirk Wellen (Geschäftsführer Rondo Food und Vorsitzender Crefelder Hockey- und Tennisclub) einig, dass verschiedene kleinere Angebote erste Schritte für ein zukunftsfähiges Miteinander von Industrie und Sport in Krefeld sein könnten.

Initiative „Zukunft durch Industrie“

Initiative „Zukunft durch Industrie“

Vor allem für kleinere Unternehmen sei es zum Beispiel schwierig, die erforderliche Freizeit für Wettkämpfe und Training einzuräumen. Vorstellbar sei aber, dass Personaler aus Krefelder Unternehmen die jungen Talente in der Bewerbungsphase unterstützen und zumindest größere Unternehmen bei der Auszubildendenauswahl ihren Blick für die jungen Leistungssportler schärfen. Dieter Hofmann geht davon aus, dass in den kommenden sechs Monaten eine Beratungsstelle beim Stadtsportbund geschaffen werde. „Konkretes nannte Dirk Wellen: Wir wollen zwei junge Sportler bis Ende 2014 in einen anspruchsvollen Job in Krefeld bringen.“