Sport und Integration

(c) LSB NRW | Foto: Andrea Bowinkelmann

Der Stadtsportbund Krefeld und die Sportjugend Krefeld verstehen unter Integration einen gesamtgesellschaftlichen Prozess der Mitwirkung von Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte mit dem gemeinsamen Ziel der gleichberechtigten Teilhabe an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Darunter fällt sowohl die soziale, als auch die politische, wirtschaftliche und kulturelle Einbeziehung.

Integration wird als dynamisch fortlaufender Prozess verstanden, der zu keinem Zeitpunkt vollständig abgeschlossen werden kann, sondern kontinuierlich erneuert, definiert und diskutiert werden muss. Die unterschiedlichen kulturellen Lebensarten werden vom SSB und der Sportjugend als Bereicherung gesehen und stehen nicht im Widerspruch zum sozialen Miteinander. Somit wird hier eine pluralistische Ansichtsweise vertreten.

Als Dachverband von 217 Krefelder Vereinen mit insgesamt rund 65.000 Mitgliedern, davon 20.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 0-18 Jahre, sieht der SSB „Sport als Lebenshilfe“ als eine von vielen Aufgaben und Zielen, worunter u.a. auch Sport für ausländische Mitbürger fällt. Sport ist ferner anerkannter Bildungspartner und Bildungsakteur und wird als solcher verstanden.

Vor dem Hintergrund, dass Menschen mit Zuwanderungsgeschichte 15,48 Prozent der Bevölkerung in Krefeld ausmachen, ist der Sport als wichtiges Instrument zur Integration. Im Sport werden gemeinsame Ziele verfolgt, die Glaubens- und Nationalitäts-übergreifend sind: Freude an der der Bewegung, die Verfolgung gemeinsamer Ziele, Erfolg, Misserfolg, schaffen Verbundenheit und stärken das Miteinander. Durch gemeinsames Sporttreiben werden Solidarität, Gemeinschaft, Verantwortungsbewusst sein gestärkt – Kompetenzen, die einerseits für den sportlichen Handlungsrahmen wichtig sind, andererseits aber auch auf weitere gesellschaftliche Lebensbereiche übertragen werden können.

Muss der Beitrag, den Sport zu Integration leisten kann nicht ständig hervorgehoben werden, sondern versteht sich als bereits (unbewusst) ablaufender Prozess in Vereinen und in Schulen. Integration ist eine Querschnittsaufgabe und findet in allen Arbeitsfeldern des SSB und der Sportjugend Anwendung.

ANALYSEDATEN, BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG UND BESTEHENDE INTEGRATIONSBEMÜHUNGEN/-ANSÄTZE

Die Stadt Krefeld hat zurzeit 233.034 Einwohner (Stand 30.06.2016) von denen 36.076 Ausländer sind. Somit beträgt der Ausländeranteil 15,48 Prozent. Wie in den meisten anderen Städten auch, wohnen die meisten Ausländer im Zentrum der Stadt. Dort liegt der Anteil ausländischer Mitbürger teilweise bei über 30 Prozent. Den größten Anteil an der ausländischen Bevölkerung bilden Mitbürger aus der Türkei, Polen, Italien, Griechenland, Rumänien und Bulgarien. Aber auch von außerhalb Europa haben viele Menschen in Krefeld eine neue Heimat gefunden.

In den letzten Jahren ist die Einwohnerzahl der Stadt leicht gesunken, was einem bundesweiten Trend entspricht, nach dem die Einwohnerzahlen in Deutschland insgesamt sinken. Dieser Trend wird sich, nach den Bevölkerungsprognosen in den kommenden dreißig Jahren auch in Krefeld fortsetzen. Wenn man die Zahlen der Bürger mit Migrationshintergrund betrachtet lässt sich erkennen, dass sie in der Zukunft über 32 Prozent, fast ein Drittel der Einwohnerschaft in Krefeld ausmachen könnten. Bei diesen Zahlen wird deutlich, wie wichtig eine funktionierende Integration der Bürger mit Migrationshintergrund ist und welches Potenzial für die Vereine darin steckt diese Zielgruppe für ihre Vereinsangebote zu gewinnen.

Die Gruppe der Flüchtlinge muss getrennt von den ausländischen Bürgern und den Bürgern mit Migrationshintergrund betrachtet werden. Zurzeit leben insgesamt 3.542 noch nicht anerkannte Flüchtlinge in Krefeld. Hinzu kommen 153 als Flüchtlinge anerkannte Personen, die bisher keine Wohnung gefunden haben und übergangsweise noch in städtischen Unterkünften wohnen. 2969 Personen leben in städtischen Unterkünften die sich wie folgt aufteilen:

    • 248 Personen leben in 4 Turnhallen,
    • 94 Personen in 2 Traglufthallen,
    • 865 Personen in 7 regulären Sammelunterkünften,
    • 1.762 Personen in über 400 Einzelwohnungen oder Einrichtungen, die einen Verbund aus mehreren Einzelwohnungen bilden.

Hinzu kommen 726 Personen, die in selbst angemieteten Wohnungen leben. Bei dieser Personengruppe ist eine Integration in unserem Sinne nur bedingt möglich.

Die Sprachbarriere, die Unterbringung der Flüchtlinge in Sammelunterkünften oder Sporthallen sowie die Ungewissheit ob sie überhaupt anerkannt werden und wenn ja, wo sie zukünftig wohnen werden, machen eine Integration schwierig. Hier sehen wir unsere Aufgabe darin, durch gezielte Angebote und Aktionen den Alltag der Menschen angenehmer und abwechslungsreicher zu gestalten. Berührungsängste sollen abgebaut, und eine Annäherung an die Einwohner der Stadt erreicht werden, um so erste Schritte zu einer Integration zu ermöglichen.

Integrationsansätze von Seiten des Stadtsportbundes sowie der Sportjugend Krefeld beziehen insbesondere den Innenstadtbereich (hoher Anteil von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte) ein. Im Rahmen der sportmotorischen Förderung von Grundschulkindern wird der Fokus vor allem auf Grundschulen im Innenstadtbereich gelegt. Durch Kooperationen mit Sportvereinen, Arbeitskreisen, Krankenkassen sowie Kindergärten und Schulen werden zahlreiche Aktionen durchgeführt, um die Integration zu fördern. Im weiteren Verlauf dieses Konzeptes werden die Aktionen ausführlicher dargestellt.

Darüber hinaus wurden gezielt Angebote für Flüchtlinge geschaffen. Hierbei handelt es sich um Sportangebote für Flüchtlingsklassen, spezielle Schwimmkurse und Aktionstage, die mit verschiedenen Kooperationspartnern durchgeführt wurden.

Für die Integrationsarbeit ist ein breit aufgestelltes Netzwerk die Basis für den Erfolg, denn Integration ist ein gesamtgesellschaftlicher Prozess, der nicht von Einzelnen getragen werden kann. Wichtige Partner auf kommunaler Ebene, zu denen ein enger Kontakt besteht, sind das Kommunales Integrationszentrum, das Jugendamt, die Schulverwaltung, der Fachbereich Sport und Bäder sowie der Flüchtlingsrat der Stadt. Der Kontakt zum Integrationsrat ist aufgrund der Flüchtlingssituation sowie durch personelle Veränderungen innerhalb des SSB noch nicht so intensiv,  wie wir ihn uns vorstellen. Der Kontakt ist jedoch bereits angeknüpft.

In Krefeld gibt es zurzeit 216 Sportvereine mit 65.000 Mitgliedern. Die größten Sportvereine in Krefeld sind beispielsweise: SV Bayer 08 e.V., Schwimm-Verein Krefeld, Hülser SV, Verein für betagte Bürger, SC Bayer 05 e.V., Deutscher Alpenverein Sektion Krefeld, CSV Marathon 1910 e.V., Crefelder Hockey und Tennis Club 1890 e.V. Drei Sportvereine wurden von Migranten gegründet. Dabei handelt sich um den ATS Anadolu Türkspor Krefeld 77/88 e.V., den FC Hellas Krefeld und den FC Portuguesa, alles Fußballvereine.

Die bedeutendsten Sportarten in Krefeld sind Eishockey, Hockey, Wasserball, Rudern, Hand- und Fußball. In vielen der genannten Sportarten sind die Vereine in den höchsten deutschen Ligen vertreten. Mit Anne Poleska hat Krefeld eine ehemalige Weltklasse Schwimmerin hervorgebracht, die seit dem Ende ihrer aktiven Karriere als Botschafterin für die Sportstadt Krefeld agiert. Aline Focken ist aktuell eine der weltbesten Ringerinnen, die sich auch über Sportart hinaus für den Sport engagiert, ebenso Olympiasiegerin Lisa Schmidla. Alle sind Aushängeschilder des Leistungssports in Krefeld.

INTEGRATIONSPOLITISCHE ZIELE UND HANDLUNGSFELDER

Die folgenden Programme und Projekte werden gemeinsam vom Stadtsportbund Krefeld bzw. der Sportjugend und den Krefelder Vereinen organisiert und durchgeführt.

Programme:

Projekte:

Zusätzlich zu unseren Ganztags-Angeboten veranstalten wir in Kooperation mit der Stadt Krefeld, der AOK Rheinland und Krefelder Sportvereinen die Events ,,Mama, Papa und ich – Familiensport sonntags“. Ziel dieser Events ist es, jungen Krefelder Familien sportlich interessante und vor allem unterhaltsame Nachmittage zu bieten. Hierbei haben Kinder und deren Eltern die Möglichkeit in ungezwungener Atmosphäre Sport zu treiben und ganz nebenbei Kontakt zu anderen Familien und Übungsleitern des Vereins zu bekommen. Die Vereine können sich und ihre Angebote präsentieren. Es handelt sich um ein offenes Angebot zu dem alle Interessierten kommen können. Eine Vereinsmitgliedschaft ist nicht nötig. Innerhalb der Aktionen ,,Mama, Papa und ich” finden auch Einzelveranstaltungen wie zum Beispiel, ,,Spielfest auf dem Eis” oder ein ,,Inlinerspielfest” statt. Hier werden u.a. auch bewusst  innerstädtische Hallenstandorte ausgewählt, wodurch viele Familien mit Migrationshintergrund das Angebot wahrnehmen können.

Ferner:

      • Unterstützung im Schulschwimmen durch die FSJ’ler
      • Vorschulschwimmprojekt „Kita-Kinder wasserfit“. Auch hier werden insbesondere Kindergärten aus dem Innenstadtbereich angesprochen
      • Schwimmkurse in den Ferien in Kooperation mit Sportvereinen
      • Sportbezogene Beratung für Familienzentren und Jugendfreizeiteinrichtungen
      • Spiel ohne Ranzen: In den ersten 10 Tagen der Sommerferien beteiligt sich die Sportjugend Krefeld tatkräftig bei dem Sommerspielplatz ,,Spiel ohne Ranzen‘‘, der jedes Jahr von dem Arbeitskreis der Krefelder Frauenverbände e.V. organisiert wird und im Stadtwald durchgeführt wird. Da dieses Angebot kostenlos ist nehmen hier erfahrungs-gemäß Kinder aus allen gesellschaftlichen Schichten und Herkunftsländern teil. Hier bieten sich viele Möglichkeiten Kinder, wie auch deren Eltern auf Sportangebote aufmerksam zu machen. Der Schwimmverein Krefeld bietet den Kindern in dieser Zeit ein gesondertes Angebot zum Schwimmen und Schwimmen lernen. Von den teilnehmenden Kindern haben ca. 90 % Migrationshintergrund.
      • Anlässlich des Welt Kinder Tages findet eine große Veranstaltung im Krefelder Stadtwald statt, an dem die Sportjugend beteiligt ist und sich sowie den Sport in Krefeld präsentiert.

Spezielle Projekte für Flüchtlinge:

      • Aktionstag „Back to the roots“ ein Trendsporttag in Kooperation mit dem SC Bayer 05 Uerdingen
      • Ein Sport-Tag für Flüchtlingskinder im Grundschulalter in Kooperation mit dem Freiwilligendienst der Stadt Krefeld
      • Sportangebot in verschiedenen weiterführenden Schulen für die Flüchtlingsklassen bzw. Seiteneinsteigerklassen
      • Für das kommende Jahr planen wir in Kooperation mit dem CSV Marathon ein Fußballangebot für Flüchtlinge. Die ersten Gespräche laufen bereits.
      • Gemeinsamer Aktionstag von Moschee, Kirche und Sportvereinen
      • Aktionstag in Kooperation mit der Hochschule Niederrhein und Sportvereinen

Aus- und Fortbildungsangebote:

      • Mit dem Berufskolleg Vera Beckers wurde eine Vereinbarung getroffen durch die die Schüler während ihrer Schulzeit die Möglichkeit haben, eine ÜL-C Ausbildung zu machen. Ziel hierbei ist es, neben der Qualifizierung der jungen Menschen für spätere oder parallel laufende Aufgaben im Sportverein auf diese Weise einige Menschen mit Migrationshintergrund zu erreichen.
      • Für Jugendliche mit Migrationshintergrund wird es ab dem kommenden Jahr eine Gruppenhelfer-Ausbildung geben. Diese Zielgruppe soll über unsere Kooperationspartner motiviert werden, sich hierfür zu engagieren. Die „neuen“ Gruppenhelfer sollen sich insbesondere um die Sportangebote für Flüchtlinge kümmern.
      • Die Fortbildung „Fit für die Vielfalt“ war für 2016 geplant, konnte aber leider mangels Teilnehmer nicht durchgeführt werden. Im nächsten Jahr wird die Veranstaltung noch einmal angeboten. Eine effektivere Werbung soll eine Durchführung ermöglichen.
      • Die Fortbildung „Flüchtlinge und Sportverein – rechtliche und steuerliche Aspekte“ hingegen war ein großer Erfolg und sehr gut besucht. Eine Wiederholung ist für 2017 geplant.

Bisherige Schwerpunkte

Als Teil des SSB ist die Sportjugend Krefeld Beratungs- und Koordinierungsstelle für die Umsetzung von Kinder- und Jugendsportangeboten wie z.B. die anerkannten Bewegungskindergärten und der Sport im offenen Ganztag. Aus diesem Grund setzen wir den Fokus hier besonders auf die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Dabei steht zum einen natürlich die interkulturelle Öffnung des organisierten Sports im Vordergrund, andererseits auch die direkte Ansprache und Einbindung der Krefelder Schulen, u.a. in Anlehnung an den Ansatz des Kommunalen Integrationszentrum „Sport vor Ort“. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau der Vereinsangebote im offenen Ganztag und somit die indirekte Werbung für den Vereinssport. Hierbei ist geplant die Eltern der Kinder an bestimmten Tagen zu den Sportangeboten der Kinder einzuladen, um sie ebenfalls für den Sport zu begeistern und ihnen den Einstieg über ihre Kinder zu erleichtern. Zukünftig sollen auch spezielle Programme entstehen, bei denen Jungen und Mädchen getrennt voneinander Sport treiben können. Somit können individuelle Angebote geschaffen werden, in denen sich das jeweilige Geschlecht besser ausprobieren und entwickeln kann.

Grundsätzlich stellen sich zwei Zielgruppen heraus, die konzeptionell unterschiedliche Herangehensweisen erfordern.

1. Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund

Hiermit sind  Kinder und Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte gemeint, die ein fester Bestandteil der Gesellschaft sind und teilweise bereits in der 3. Generation in Deutschland wohnhaft sind. Ihr Aufenthaltsstatus ist geklärt und sie sind weitgehend in die Gesellschaft integriert. Bei dieser Zielgruppe geht es darum, sie für die Sportvereine in ihrer näheren  Umgebung zu begeistern und auf ihre Angebote aufmerksam zu machen. Einen wichtigen Beitrag hierzu leistet die Sportjugend mit ihren Sportangebote an offenen Ganztagsschulen, die sie sowohl an Grundschulen wie auch an weiterführenden Schulen im Nachmittagsbereich anbietet. Auf diese Weise versucht sie, für Sport im Allgemeinen, aber auch für die Sportvereine mit ihren individuellen Angeboten zu werben.

Zukünftig sollen die Sportangebote der Vereine noch präsenter in den Schulen werden. Gerade im offenen Ganztag besteht noch Nachholbedarf. Die Sportvereine und Schulen sollen enger mit einander vernetzt werden. Schulen und Sportvereinen fehlt es an Wissen über die Möglichkeiten des jeweils Anderen, dies wird sich durch den geplanten  Sportwegweiser für Krefeld ändern. Dieser wird den Schulen aufzeigen, welche Sportvereine mit welchem Sportangebot sich in unmittelbarer Nähe zur Schule befinden.

Ein weiteres Augenmerk wird auf die Ausbildung der jungen Menschen zum Gruppenhelfer gelegt. Durch die gezielte Ausbildung der Jugendlichen mit Migrationshintergrund soll der Zugang zu den Vereinsportangeboten für die Zielgruppe noch einfacher werden. Um diese Ziel zu erreichen sollen die Kooperationen mit den Schulen noch intensiver werden.

2. Kinder und Jugendliche Flüchtlinge

Bei den Flüchtlingen besteht die besondere und zugleich recht schwierige Situation, dass ihr Aufenthaltsstatus noch nicht geklärt ist. Sie wissen dementsprechend nicht,ob sie in Deutschland bleiben dürfen, auch ist nicht klar ob sie in Krefeld wohnen bleiben. Diese jungen Menschen werden in sogenannten „Auffangklassen“ unterrichtet. Dort herrscht meist eine besonders angespannte Situation, da es sich um alters- und nationalitäten gemischten Klassen handelt. Es werden ca. 20 Kinder pro Klasse im Alter von 12-16 Jahre gemeinsam unterrichtet.

Für diese Zielgruppen bieten wir an verschiedenen Schulen Sportangebote von 2 Unterrichtsstunden pro Woche an, die im Vormittagsbereich (im Zeitraum von 8-13 Uhr) umgesetzt werden. Dieses Angebot richtet sich an die weiterführenden Schulen (Sek I). Hierbei besteht die Hauptaufgabe darin,  individuelle und situationsbezogene Angebote für die Jugendlichen und somit für die Schulen zu organisieren bzw. bereitzustellen. Die Schulen müssen über entsprechende Möglichkeiten informiert werden und mit potenziellen Vereins-Sportangeboten für Flüchtlinge vernetzt werden. Die enge Vernetzung mit dem Kommunalen Integrationszentrum ist hierbei von großem Vorteil.

Darüber hinaus muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass langfristig sämtliche   Programme des Stadtsportbundes eingebunden werden, um die Zielgruppe somit auf erwachsene Frauen und Männer auszuweiten. Integration als gesamt-gesellschaftlicher Prozess findet in allen Altersklassen statt. Weiterhin soll vor allem auch ein Fokus auf Frauen mit Migrationshintergrund gesetzt werden.

Die bisherigen Schwimmangebote für erwachsene Flüchtlinge werden weiterhin angeboten und ausgebaut. Für diese Angebote soll im kommenden Jahr noch intensiver geworben werden. Durch die Quartiersarbeit werden wir gezielt auf die wohnortnahen Angebote der Vereine aufmerksam machen. Darüber hinaus werden wir versuchen gesundheitsorientierte Angebote wie z.B. Lale oder WenDo anzubieten. Lale ist ein Präventionsangebot, das Bewegungs- und Ernährungsaspekte beinhaltet. Wendo ist ein spezielles Selbstsicherheits-training für Mädchen und Frauen.

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ERFAHRUNGSAUSTAUSCH MIT KREFELDER SPORTVEREINEN

Als Teil einer vom Stadtsportbund im Mai 2015 durchgeführten Umfrage unter allen Krefelder Vereinen, wurde auch ermittelt, inwieweit das Thema Integration umgesetzt wird. Der Rücklauf der Umfrage hinsichtlich dieses Themas war leider recht gering. Deswegen wurde darüber hinaus auch eine Reihe weiterer Vereine mit Hallenstandorten im Innenstadtbereich telefonisch kontaktiert. Inhaltlich berichteten fast alle Vereine, dass Vereinsmitglieder mit Zuwanderungsgeschichte natürlich dazugehören. Das Thema Integration wurde als solches gar nicht besonders hervorgehoben, sondern als selbstverständlich betrachtet. Themen, die in Zukunft jedoch noch genauer betrachtet werden müssen sind: Gewinnung neuer Mitglieder (hier auch Fokus auf Menschen mit Migrationshintergrund) sowie gezieltes Engagement zum Thema Integration im Sportverein.

Im Rahmen der aktuellen Flüchtlingssituation agieren der SSB und die Sportjugend als Koordinationsstelle für mögliche Sportangebote für Flüchtlinge in Krefeld. Im Rahmen dessen wurden alle Vereine angeschrieben. Eine Übersicht aller einschlägigen Angebote wurde dann an die Stadtverwaltung mit der Bitte weitergeben, sie in Flüchtlingseinrichtungen bekannt zu machen. Insbesondere in diesem Bereich sind die Resonanz sowie die Hilfsbereitschaft recht hoch.

NETZWERKAUFBAU MIT INTEGRATIONSPOLITISCHEN PARTNERN

Von Anfang an besteht ein enger Kontakt zum Kommunalen Integrationszentrum (KI), jedoch verlief die Zusammenarbeit anfangs aufgrund von personellen Umstrukturierungen Anfangs nicht optimal. Die Situation hat sich inzwischen deutlich verbessert und es gibt regelmäßige Treffen und einen intensiven Austausch. Das Thema Sport ist definitiv einer der Schwerpunkte innerhalb der Arbeit des KIs. Kontakt zum Integrationsrat wurde auch aufgenommen, er befindet sich allerdings noch in der Aufbauphase. Gespräche finden bislang bei Treffen in anderen gemeinsamen Gremien statt. Eine intensive Zusammen-arbeit besteht mit dem Flüchtlingsrat der Stadt Krefeld. Dieser veranstaltet regelmäßige Treffen in den Stadtteilen in denen vermehrt Flüchtlinge untergebracht sind. Hier ist der Stadtsportbund vertreten und stellt Kontakte für Sportvereine her. Die Kooperationen mit dem Schulamt bzw. der Schulverwaltung laufen zwar gut, sollen allerdings noch besser strukturiert werden. Ziel ist konkrete Maßnahmen zu entwickeln.

Besondere Situation der Stadt Krefeld

Bis September 2015 befand sich die Stadt Krefeld im sogenannten Nothaushalt, d.h. es gab in allen Bereichen Finanzierungsschwierigkeiten, so dass viele angedachte Projekte zunächst nicht umgesetzt werden konnten. Hinzu kam die große Flüchtlingswelle, durch die zahlreiche Sporthallen als Notunterkünfte für Flüchtlinge genutzt werden mussten. Das bedeutete für die Sportvereine und Schulen, dass die Hallenkapazitäten für den Sport stark eingeschränkt wurden. Aktuell werden immer noch 4 Sporthallen als Flüchtlingsunterkünfte genutzt. Hinzu kamen diverse Umstellungen, die zum Teil organisatorische Gründe hatten aber auch personell begründet waren. Das städtische Integrationsbüro hat eine Umstrukturierung vollzogen und das Kommunale Integrationszentrum hat sich personell verändert. Des Weiteren gab es bei allen Kooperationspartner personelle Engpässe, auch bei uns. Durch diese äußeren Bedingungen gestaltete sich die Netzwerkarbeit zunächst recht kompliziert. Die Situation im Allgemeinen hat sich gebessert, aber es muss noch weiterhin daran gearbeitet werden, um gute Bedingungen für eine bessere Vernetzung zu schaffen.

Wie bereits angedeutet, muss die Netzwerkarbeit noch intensiviert und effektiver werden. Die Zusammenarbeit bei Projekten und Maßnahmen soll sich verbessern. Da sich die aktuelle Flüchtlingssituation beruhig hat, sehen wir hier gute Chancen, dieses Ziel zu erreichen. Erste Kontakte gibt es zu einer Krefeld Moschee, die einen Aktionstag plant. Daran wird sich die Sportjugend beteiligen wird. Genaue Planungen stehen noch bevor.

Ein weiterer sehr interessanter Partner, nämlich die Hochschule Niederrhein konnte bereits für das kommende Jahr gewonnen werden. Mit ihr planen wir einen Aktionstag, bei dem die Krefeld Sportvereine sich und ihre Angebote präsentieren können. Zu dieser Veranstaltung sollen gezielt Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund eingeladen werden. Für den Erfolg dieser Veranstaltung ist eine intensive Zusammenarbeit mit den weiteren Netzwerken, wie dem Integrationsrat, dem KI, dem Flüchtlingsrat sowie den Sportvereinen und weiteren Institutionen unverzichtbar. In dieser Veranstaltung sehen wir eine große Chance noch enger mit vielen Partner zusammenzuarbeiten. Durch diesen Aktionstag bietet sich uns die Möglichkeit, mit allen Netzwerkpartnern gemeinsam in die Arbeit mit erwachsenen Flüchtlingen zu verbessern.

UNTERSTÜTZUNG VON VEREINSMASSNAHMEN DER INTERKULTURELLEN ÖFFNUNG

Die Krefelder Sportvereine engagieren sich bereits nach ihren eigenen Möglichkeiten bei speziellen Angeboten für Flüchtlinge. Sie bieten Aktionstage an und versuchen die Flüchtlinge für ihre Vereinen zu gewinnen. Besondere Ferienprogramme wie Schwimmkurse und spezielle Sportangebote sind nur ein paar Beispiele. Bei der Durchführung werden sie aktiv von der Sportjugend unterstützt.

Das vorliegende Integrationskonzept wurde am 23. November 2016 vom SSB Krefeld e. V. beschlossen

Details und weitere Informationen zu „Integration, Inklusion und Flüchtlinge im Sport“ erhalten Sie bei uns und im Programmkonzept des Landessportbund NRW.

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Ihre Ansprechpartnerin ist Stephanie Bendt.
Stadtsportbund Krefeld e. V.
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